Das Klima ändert sich

Das Klima gestern und heute

Der Klimawandel mit seinen Folgen ist auch in Nordrhein-Westfalen angekommen. Seine Auswirkungen sind bereits heute mess- und wahrnehmbar:

  • Die mittleren Jahrestemperaturen sind seit Beginn der Messungen 1881 in allen Regionen NRWs und in allen Jahreszeiten angestiegen: Von 8,4 Grad Celsius in der Klimanormalperiode (KNP) 1881–1910 auf 9,9 Grad Celsius in der KNP 1989–2018.
  • Von den 20 wärmsten Jahren in NRW seit 1881 lagen 13 in diesem Jahrhundert (nach 1999) und nur vier vor 1990.
  • Heiße Tage haben seit 1891 im Mittel um drei Tage pro Jahr zugenommen, dagegen haben Eistage seit 1891 um etwa fünf Tage pro Jahr abgenommen.
  • Die mittleren jährlichen Niederschlagssummen haben im Vergleich der KNPs 1881–1910 und 1981–2010 um 14 Prozent zugenommen, die Niederschläge im Sommer haben dagegen leicht abgenommen.
  • Nach Messungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war das Jahr 2018 nicht nur eines der wärmsten, sondern auch eines der vier trockensten Jahre seit Beginn der Messungen.
Warming Stripes NRW: Chronologische Darstellung der mittleren Jahrestemperaturen (Jahresdurchschnitt) von 1881 bis 2019: Das kälteste Jahr erscheint tief dunkelblau (1888: 7,4 Grad Celsius), die wärmsten Jahre dunkelrot (2014 und 2018: jeweils elf Grad Celsius)
www.klimaatlas.nrw.de/service/download

Mehr Daten und Fakten zum Klimawandel in NRW finden Sie auf der Homepage des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz: www.klimaatlas.nrw.de

Das Klima morgen

Welche klimatischen Änderungen zeigen die Klimaprojektionen für Nordrhein-Westfalen? Was ist für die Zukunft für Kommunen in NRW zu erwarten?

  • Beim mittleren Jahresniederschlag reicht die Spanne aller Klimaszenarien für NRW von einer leichten Abnahme bis zu einer Zunahme. Für die Sommer projiziert der Großteil der Modelle eine Abnahme des Niederschlags, für die Winter eine Zunahme.
  • Sowohl für die nahe Zukunft (2021-2050) als auch für die ferne Zukunft (2071-2100) nehmen Starkregentage leicht zu. Alle Regionen in NRW können betroffen sein.
  • Für Projektionen zu Stürmen ist die Datenlage bisher noch nicht ausreichend. Es muss allerdings mit einer Zunahme sommerlicher Gewitterstürme, wie beispielsweise Sturm „Ela“ im Juni 2014, gerechnet werden.
  • Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen werden bis 2050 im Vergleich zur Referenzperiode 1971–2000 zwischen 0,7 und 1,7 Grad Celsius ansteigen, bis Ende des Jahrhunderts je nach Klima- bzw. Emissionsszenario sogar bis zu 4,3 Grad Celsius.
  • Dieser weitere Anstieg der Temperaturen wird zu mehr heißen Tagen und Tropennächten pro Jahr sowie potenziell zu stärkeren und länger anhaltenden Hitzeperioden führen.

Auswirkungen auf Kommunen

Welche Auswirkungen ergeben sich aus diesen Entwicklungen u.a. für Bürger*innen, Unternehmen, Umwelt und Natur oder die kommunale Infrastruktur? Und was können Kommunen tun?

  • Starkregenereignisse und Überflutungen können immense Schäden an Gebäuden und Infrastruktur verursachen, Menschenleben gefährden und hohe Kosten für die Beseitigung von Schäden verursachen.
    >> Die konsequente Entsiegelung von bebauten Gebieten, ein dezentraler Rückhalt von Niederschlagswasser und Schutzmaßnahmen an Gebäuden reduzieren die Verletzlichkeit gegenüber Starkregen.
  • Durch Stürme können auch kommunale Wälder und Baumbestände schwer geschädigt und zu Gefahrenquellen werden.
    >> Im Rahmen einer vorausschauenden kommunalen Klimavorsorge werden standortgerechte Bäume gepflanzt und Ablaufpläne für den Katastrophenfall vorgehalten.
  • Hitzewellen beeinträchtigen vor allem in dicht bebauten Siedlungsgebieten die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung.
    >> Insbesondere Ältere, Kranke und Babys können durch eine klimabezogene kommunale Gesundheitsvorsorge wirksam geschützt werden.
  • Lang anhaltende Trockenheit aufgrund ausbleibenden Niederschlags und höhere Lufttemperaturen führen zu erhöhtem Wasserbedarf der Vegetation, zur Verknappung der Wasserverfügbarkeit und zu Trockenstress bzw. Schäden z. B. an Bäumen.
    >> Anreize zur Regenwasserversickerung, ein kommunales Bewässerungskonzept und die Wahl standortgerechter Baumarten können Schäden verringern.

Ausführlichere Hinweise zu Handlungsoptionen von kommunaler Politik und Verwaltung…